Ich hatte ja bereits über unseren Heimspiel-Wanderzirkus an anderer Stelle geschrieben. Mal spielten wir in der Berliner Strasse, mal auf dem Biebricher Dyckerhoff Feld, oder auf dem Platz der TSG Mainz-Kastel und dem Sportplatz Waldstrasse, etc. Eines der Probleme damals war die Tatsache, dass wir Footballer einen Rasenplatz brauchten um spielen zu können, in Wiesbaden jedoch die Rasenplätze nicht gerade zahlreich waren. So lernten wir mit der Zeit alle Rasenplätze Wiesbadens kennen.

Doch 1993 kam eine neue Hoffnung auf.
Mit dem Fall der Mauer im November 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990 veränderte sich die politische und militärische Landschaft Deutschlands. Die Kanadier gaben ihren Stützpunkt in Lahr auf, die Franzosen wie auch die britische Rheinarmee verkleinerten ihr militärisches Engagement in Deutschland erheblich und auch die Amerikaner begannen Truppen abzuziehen. Das betraf in Wiesbaden u.a. Camp Pieri auf dem Freudenberg und Camp Lindsey mitten in Wiesbaden.

Mehr zum historischen Hintergrund des Europaviertels findet ihr hier in der Wikipedia.

Wolfgang Heinze († 2009) hatte einen guten Draht zum Wiesbadener Sportamt, was uns u.a. die recht kurzfristige Gründung des Cheerleader Teams erlaubete. Er rief mich eines Tages an und machte einen Termin mit mir aus. Ich sollte als Teil des Vorstands der Wiesbaden Phantoms an einem Treffen im Sportamt teilnehmen. Ich holte Wolfgang im Phantoms Büro in den Geschäftsräumen der Werbeagentur unseres 1. Vorsitzenden Winfried Schmidt ab. Wir fuhren mit meinem Auto zum Schlachthofgelände, wo sich bereits damals das Sportamt befand.

Ich weiß nicht mehr wer an dem Treffen alles teilnahm, aber man eröffnete uns, dass wir möglicherweise einen festen Trainings- und Sportplatz bekommen könnten. Den von den Amerikanern genutzen Sportplatz im Camp Lindsey.

Wir erfuhren, dass die Amerikaner die Liegenschaften von Camp Lindsey bereits an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben haben und vom Bund signalisiert wurde, das Gelände in einigen Teilen an Hessen zur zivilen Nutzung zurückzugeben. Und das Sportamt Wiesbaden war bereits in die Planung der Geländenutzung mit einbezogen. Man zeigte uns einen Plan von Camp Lindsey auf dem bereits die zivile, behördliche und sportliche Nutzung eingezeichnet war. Man stellte mir und Wolfgang in Aussicht, dass die Phantoms sowohl den Sportplatz als auch die Sporthalle permanent nutzen könnten, sobald das Gelände an die Stadt Wiesbaden übergeben werde. Das war die Aussicht auf eine bessere Zukunft. Neun Jahre hoffen auf eine feste Spielstätte waren nun auf der Zielgerade angekommen.

Wie das Ganze ausgegangen ist, dürfte jedem bekannt sein. Was nach dem Treffen im Sportamt noch alles geschah, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe kurz danach die Wiesbaden Phantoms verlassen. Vielleicht meldet sich ja jemand, der den Prozess hin zum Camp Lindsey Sportgelände nach 1993 mitgemacht hat und uns die Geschichte weiterschreiben kann.

"Geduld ist die Kunst zu hoffen."
- Luc de Clapiers Vauvenargues
Mehr Fotos aus der Anfangszeit der Wiesbaden Phantoms sind auch online in meinem Fotoarchiv Lichtbildwerkstatt.Net zu finden!

Stay tuned for more to come and don't forget to support the Wiesbaden Phantoms. Vor allem aber, bleibt gesund!

Have fun!
Howard #70

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