Heimspiele waren immer eine besondere Herausforderung, denn sie mussten organisiert werden.

Da die Wiesbaden Phantoms bis Ende 1993 keinen festen Platz zur Austragung ihrer Heimspiele hatten, waren wir ein Wanderzirkus der pro Heimspielsaison auf mindestens vier verschiedenen Rasenplätzen in Wiesbaden für einen Tag seine Zelte aufschlagen musste. Was im ersten Jahr (1985) noch recht einfach und übersichtlich auf dem Hainerberg stattfand, gestaltete sich ab 1986 als zunehmend arbeitsaufwändig und unübersichtlich. Der zu transportierende Kram, Krempel und Schotter nahm immer größere Ausmaße an.

Was am Anfang "nur" Kreide, Soundanlage, Chain, Yardmarker und Getränke für die Mannschaften waren, wuchs sich ganz schnell aus in einen kleinen Gastronomiebetrieb mit großem Grill, Tischen, Schirmen, Getränkeverkauf, usw. Selbst die Torpfosten mussten jedes Mal transportiert werden.

Gert Müller am Verpflegungsstand Gert als Maitre de Cuisine am Verpflegungsstand (Foto: Howard Fuhs)

Das Meiste wurde in meiner Firma eingelagert. Nur die Frischverpflegung und Getränke kamen über Winfried Schmidt, den damaligen ersten Vorsitzenden.

Samstags morgens, nach dem Frühstück ging ich in die Firma und belud den großen Fiat Ducato mit allem was bei uns eingelagert war. Das durfte ich regelmäßig alleine machen.

Anschließend fuhr ich in die Mosbacher Straße um dort die Verpflegung und Getränke einzuladen. Meistens half mir hier Andy von Oertzen beim Beladen.

Danach ging es zum Heimspielort. Dort musste der volle Fiat entladen und alles aufgebaut werden. Das dauerte auch eine gute Stunde. Wenn alles organisiert (Platz mit Kreide abstreuen) und aufgebaut war (Freßstand, Soundanlage) durfte ich meinem eigentlichen Hobby nachgehen, dem Football spielen.

"Es ist viel besser, nichts zu tun, als Nichtiges zu tun."
- Lew Tolstoi
Der Abbau ging dann etwas schneller von statten. Es wurden einfach alle noch anwesenden Spieler zwangsverpflichtet, die Sachen in den Ducato zu tragen. Dann ging es in umgekehrter Reihenfolge weiter. Mosbacher Strasse anfahren, ausladen; Firma anfahren, ausladen; Ducato saubermachen und parken.

Während der Woche mussten dann noch die Einkäufe bei der Metro erledigt werden. Einen Eimer Senf und Ketchup, diverse Würstchen im 10kg Pack etc.

Unser Wanderzirukus ging mir mit den Jahren ziemlich auf die Nerven, weil sehr viel Arbeit an mir hängen blieb und von politischer Seite war erst bei meinem Ausscheiden bei den Phantoms ein festes Spielfeld in Aussicht. Die Amerikaner hatten Camp Lindsey verlassen und das Gelände an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben. Jetzt war es nur noch eine Frage von Jahren, bis das Gelände vom Bund an das Land Hessen und dann an die Stadt Wiesbaden zurückgegeben wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mehr Fotos aus der Anfangszeit der Wiesbaden Phantoms sind auch online in meinem Fotoarchiv Lichtbildwerkstatt.Net zu finden!

Stay tuned for more to come and don't forget to support the Wiesbaden Phantoms. Vor allem aber, bleibt gesund!

Have fun!
Howard #70

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