Mein erstes Training fand in Taunusstein-Wehen auf einer geteilten Schafsweide am Hang statt. Da bekommt das Wort SpielFELD gleich eine ganz andere Bedeutung. Die eine Hälfte der Weide wurde von den Schafen bevölkert, die andere Hälfte von uns Footballspielern. An den Helmen konnte man uns erkennen. Tackling machte da besonders viel Spass - wenn man seinen Gegenspieler in die Schafschei** drücken kann.

Auch die Hanglage führte zu interessanten Konstellationen - spielt die Offense nun bergauf oder bergab? Das Regelwerk gab darüber keinerlei Auskunft. Anscheinend spielt die NFL auf ebenen Spielfeldern.

Ebenfalls sehr gefürchtet war der Hasenbau-Tackle. Man mag nicht glauben, wie hinterhältich und gefährlich ein Hasenbau auf einem Trainingsgelände sein kann.

Ansonsten verlief das Training mehr nach dem Motto
"Jeder macht was er will, keiner Macht was er soll und alle machen eifrig mit."

Auch an Demokratie im Training mangelte es nicht. Wurde während des Aufwärmtrainings der Vorschlag für (z.B.) Liegestütze unterbreitet, kam die Mehrheit der Trainingsteilnehmer nach demokratischem Vorbild zu dem Schluß
"Och nööö, heute mal nicht. Demnächst vielleicht wieder. Viel zu heiß heute."
.

Aufwärmtraining
Aufwärmtraining (Foto: Howard Fuhs)

Das Aufwärmtraining wurde auch nicht gemeinsam mit lautem Abzählen der Wiederholungen durchgeführt. Es wurde eine Aufwärmübungs ausgerufen (z.B. Jumping Jacks) und dann machte jeder mal eben so viele er konnte oder wollte. So war natürlich kein Gleichklang in eine Mannschaft zu bekommen, aber wir wussten es ja noch nicht besser (was sich wenige Monate später ändern sollte).
Das Aufwärmtraining war sowieso nur eine lästige Pflicht, wir wollten ja Football spielen und keine Gymnastik machen.

Wie sagte der Kabaretist Horst Evers so schön:
Schwitzen ist, wenn Muskeln weinen.

Die Übungen für das Aufwärmtraining hatten wir uns bei den Bad Homburg Falken abgeschaut. Roland (mit dem Autoführerschein und weißem VW Käfer) und einige andere sind nach Bad Homburg gefahren, haben sich dort das Training der Falken angeschaut und bei den Trainingsübungen eifrig mitgeschrieben. Mit diesem Notizzettel in der Hand wurden dann die Trainingsübungen in Wiesbaden ausgerufen.

Aus verschiedenen anderen Sportarten kommend hatte ich noch nie ein so - sagen wir mal unkonventionelles Training erlebt.

Stay tuned for more to come and don't forget to support the Wiesbaden Phantoms!

Have fun!
Howard #70

1 Trackback

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  • Howards <br>Foot*Notes 
    Ordnung muss sein
    Über das inhaltlich flexible Training der ersten Zeit habe ich bereits unter "Das erste Training" geschrieben. Soweit hatte sich dieses Trainingskonzept der allgemeinen Ahnungslosigkeit sehr gut bewährt, sorgte es doch für die individuelle Zufriedenheit ...

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